Great White Shark
Die Aufregung konnte ich nicht ganz unterdrücken , schon am Vortag mache sich eine Unruhe breit. Was wenn wir keinen “Weißen” antreffen, ist das Wasser nicht zu kalt, macht das Wetter mit? U.s.w. Wie stelle ich es an die richtige Boatscrew zu finden? Egal, hinein ins’ Abenteuer.
Am nächsten Tag um 4h in der Frühe lies ich mich wecken, sollte um 5h abgeholt werden . Die Fahrt nach Gaansbai dauert ca. 2h. Unterwegs werden noch andere Leute abgeholt. Es fing schon spannend an, der Fahrer,(um diese Uhrzeit nicht sehr gesprächig) sah schon Respekteinflößend aus , riesiger Bursche,prächtiges Gebiss, Oberschenkel wie Baumstämme, kräftige sonore Stimme.(The Great white one in Menschengestalt). Ein guter Einstieg für den Tag. Wir fuhren raus von Capetown, auf die Autobahn, Menschen sind in der Dämmerung am Rand des Highways unterwegs, ungewohnter Anblick. Es wird langsam hell.Wir kommen am Hafen an. Der Skipper und sein Bootsman heißen uns willkommen. Wir erledigen die Formalitäten . . . (Auf eigene Gefahr u.s.w.)
Auf gehts ins’ Boot. Wir sind sechs Leute. Das Boot legt ab die See erscheint ruhig. Der Morgen ist bitterkalt aber der Tag scheint schön zu werden. Blauer Himmel. Nachdem wir die Bucht verlassen haben, gibt der Kapitän Vollgas. Zwei riesige Motoren brüllen los ,
das Boot geht in die Knie, Wasser strömt vom Bug her aufs’ Deck ,hinter dem Steuerhaus. Das Wasser läuft bei vier Leuten unter den Arschbacken durch, (ich blieb noch trocken, hatte Glück). Lange Dünung kam auf, hatte extra nicht viel gefrühstückt, hatte schon mit Seegang gerechnet. Leichter Brechreiz machte sich bemerkbar, aber bevor es bei mir “Akut” wurde, beugten sich bei der rasanten Fahrt schon zwei Leute über die Reeling. Ich ging in Deckung. Alles ging gut. . . . . Nach einer schier endlos langen Stunde, waren wir angekommen. Wir haben “Shark Alley” erreicht direkt vor der Robbeninsel “Dyer Island”. ( Einer der am meist frequentiertesten Platz der Welt, um Weiße Haie anzutreffen). Sie patroullieren im Kanal vor der Robbeninsel und warten auf Beute. Nachdem das Boot geankert hatte wurde “Chum” (übelriechende Fischabfälle), in einem Jutesack über Bord, ins Wasser gehängt, der Haikäfig wurde an der Längsseite des Schiffes vertäut. (Sah nicht sehr vertrauenserweckend aus). Der Bootsmann schlug mit einem Eisenhaken
ein Locht in einen tiefgefrorenen Tunfischkopf. (Dieser diente als Köder).Der Geruch war wiederlich, zum Glück ging ordentlich Wind. Das Warten ging los, mir lief wieder Spucke im Gaumen zusammen, ein untrügliches Zeichen das ich bald mein Frühstück an der Garderobe abgeben werde.Durch die
Dünung wurde das Boot kräftig durchgeschüttelt. Die Leute die in den Käfig wollten, zogen sich um. Mein Neoprenanzug war mir viel zu klein. Mit vereinten Kräften hielten zwei Männer den Reisverschluß in Position, der Dritte machte “dicht”.Ein Lauer Ruf des Bootsmannes kündigte den ersten Hai an.
Schnell ab in den Käfig, (zu zweit), oben war eine Öffnung, gerade so groß das ein kräftiger Mann durchkommt. (Nicht einfach wenn das Schiff stampft und schlingert. Der Erste Mann hatte es geschafft, jetzt nur keinen Fehler machen . . . . Ich ging über die Reeling,
sah die Riesige Rückenflosse ,
stieg auf den Käfig, und hielt mich mit beiden Händen am Chromstahl des Handlaufes fest . Ein Mann von der Bootsbesatzung sicherte mich durch festhalten ab und ein anderer versuchte den Käfig, der nur durch zwei Taue befestigt war am wegtreiben vom Schiffskörper zu hindern was ihm aber nicht wirklich gelang. Mein körper war in Schäglage die Füße auf dem Käfig, die Hände noch am Boot,
unter mir das Meer, der Käfig einen halben Meter Abstand zum Boot. Ein beherzter Schritt, rein in die Öffnung. Viel Geblubber, nachdem ich unten war sah ich meinen Partner schon in Position. Der Käfig schlingerte gefährlich hin und her,wir versuchten uns an den Streben einigermaßen festzuhalten, was nur teilweise gelang. Ich fühlte mich wie ein Tischtennisball in einer Box. Das Wasser war ziemlich trüb, kein Wunder bei dem Seegang. Es heißt zwar Käfigtauchen , aber man ist mit einem Schnorchel und Gewichten ausgerüstet. Irgendwas stimmte nicht, ich schaute nach unten, auf dem Boden des Haikäfiges waren die Stäbe in ziemlich großen Abstand angeordnet, und darauf sollte ein Netz ein durchsacken der Füße verhindern. Das Netz hatte ein großes Loch und mein Fuß war schon einige Zeit ausserhalb des Käfiges , ich habe es in der Aufregung nicht gleich gemerkt. Dann das nächste Proplem , ich konnte nicht mehr atmen . . . Der Anzug verhinderte durch den zu strammen Sitz um meinen Brustkorb , die korrekte Atmung. Also schnellstens raus aus dem Käfig, Anzug weg und in Badehose wieder hinein. Den Hai sahen wir durch das Geschüttle im Käfig nur schemenhaft, viele Luftblasen, Eintrübung durch die Wellen . Also wieder raus . Auf dem Boot angekommen bekam ich erst gar nicht mit das inzwischen schon zwei Kollegen das Boot umkreisten. Lange Rede kurzer Sinn. Wir hatten sieben “Besucher”, von drei bis viereinhalb Meter, es war ein Traum. Durch diese Begegnung hatte ich einen ganz anderen neuen Eindruck vom großen Weißen. Intelligent, Neugierig, wenn auch recht ungestüm, oft senkrecht den gewaltigen Kopf aus dem Wasser haltend,(wie ein Orca), und richtig mit den Augen die Oberfläche checken. Im Freiwasser tauchend eher nicht aber im respektvollen Abstand jederzeit wieder. Es war richtig gut und ich kann es jedem empfehlen dieses kleine Abenteuer mal mitzumachen. PS: Gekotzt habe ich nicht, hatte gar keine Zeit dazu!
Noch ein Nachsatz : Eingefügt am 23. April 2008
Drei Tote bei Untergang eines Taucherboots vor Südafrika
Kapstadt. ap/baz. Eine plötzliche Riesenwelle hat am Sonntag vor Südafrika eine Taucherboot zum Kentern gebracht und drei Touristen das Leben gekostet, 16 Menschen wurden verletzt. Die Taucher wollten in speziellen Käfigen im Meer tauchen und dabei Weisse Haie beobachten. Das Unglück ereignete sich in der Nähe der Ortschaft Gansbaai, die sich selbst als Hauptstadt der Weissen Haie bezeichnet. Tausende Touristen kommen jedes Jahr in den Ort, um im klaren Wasser die riesigen Haie zu beobachten.
Ein Sprecher der Stiftung zum Schutz der Weissen Haie, Mariette Hopley, erklärte, auf dem Schiff sei gerade der erste Tauchkäfig vorbereitet worden, als die Welle plötzlich das Boot getroffen und zum Kentern gebracht habe. «Die See war ruhig, es waren perfekte Bedingungen», sagte Hopley. Wie aus dem Nichts sei dann die Welle gekommen. Die zehn Passagiere und neun Besatzungsmitglieder seien ins Wasser gestürzt, 16 konnten von anderen Booten in der Nähe gerettet werden. Es sei der erste schwere Unfall seit Beginn der Hai-Tauchgänge 1991. Bei den Todesopfern handelte es sich um zwei amerikanische und einen norwegischen Touristen.
http://www.baz.ch/news/ticker.cfm?keyID=6BF9B4A6-7C45-4B8B-AAC0F6F27F40F7A6&startpage=1&ObjectID=48AFB12D-1422-0CEF-7068553A7C6FAE90



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